Ich sitze auf meinem Bett, mache alles und nichts gleichzeitig – und stelle auf einmal fest, wie laut es um mich ist. In der Küche unterhalten sich meine Mitbewohnerin und ihr Freund, sie hören Deutsch-Rap (klingt wie Sido in seiner Pop-Phase), auf meinem Fernseher läuft aus unerfindlichen Gründen eine Bären-Doku, ich habe ein YouTube-Video offen. Und dann sind da noch: Wind, Straßengeräusche, Klospülungen hinter irgendwelchen Wänden um mich rum. Mein Kopf schwirrt.

Ich wollte schreiben. Heute war ein Schreibtag. Es ist schon nach einundzwanzig Uhr, ich bin schon zu lange wach. Ich mach jetzt alles aus. Fernsehen, Computer, Handy, Musik – nur nicht meine Mitbewohner, das wäre irgendwie nicht ganz legal. Aber es gibt ja noch Ohropax. Und schreiben von Hand, das ist leiser als Tippen.

Wenn ich mir Ruhe bildlich vorstelle, dann sehe ich so was in der Art. Vielleicht ist es ruhig, weil man so weit weg ist, so über allem. Vielleicht, weil der harsche Wind einen taub macht. Oder weil’s halt Natur ist. Das wirkt irgendwie auch immer.